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Die AOK im Jungbrunnen

Junge Menschen verändern die AOK Bremen/Bremerhaven stärker als je zuvor. Das Durchschnittsalter der AOK-Versicherten ist auf 43 Jahre gesunken – und statistisch gesehen sinkt es weiter.

Durschschnittsalter sinkt

Bremen, 21. Dezember 2016. Junge Menschen verändern die AOK Bremen/Bremerhaven stärker als je zuvor. Das Durchschnittsalter der AOK-Versicherten ist auf 43 Jahre gesunken – und statistisch gesehen sinkt es weiter. Der Altersdurchschnitt ist bei der Gesundheitskasse im Stadtstaat Bremen deutlich niedriger als bei vielen anderen Kassen in Deutschland.

Versichertenzahl wächst

„Wir werden jünger und gleichzeitig internationaler“, sagte AOK-Vorstandschef Olaf Woggan in der gestrigen Sitzung des Verwaltungsrates, „und das sichert die Zukunft der AOK Bremen/Bremerhaven“. Denn die neuen, jungen Mitglieder zahlten bereits Beiträge oder würden das in den kommenden Jahren nach der Schule als Beschäftigte tun – was wiederum das Geld für die Versorgung von Älteren und Kranken sichere. Seit dem Jahr 2012 ist die Versichertenzahl um über 17.000 Menschen gewachsen. Im Detail sieht man, dass in der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen der Anteil der Versicherten im Vergleich zu 2012 um 9.800 Versicherte gestiegen ist. Dagegen ist der Anteil der Versicherten in der Altersgruppe „70 Plus“ im gleichen Zeitraum um rund 2.800 Menschen zurückgegangen.

Ausgabenverteilung

Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung haben Menschen mit ausländischen Wurzeln: Geflüchtete, aber auch viele Zuwanderer aus ost-, süd- oder westeuropäischen Staaten. Noch vor vier Jahren lag ihr Anteil bei 16 Prozent aller Versicherten der AOK Bremen/Bremerhaven – heute machen diese Menschen rund 23 Prozent aller Versicherten aus. „Wir werden uns auf diese neuen Gruppen einstellen, ohne unsere hohe Servicequalität für unsere langjährigen Versicherten zu vernachlässigen“, betonte Woggan. Wer im Übrigen unterstelle, dass ausländische Versicherte deutlich höhere Gesundheitsausgaben als Deutsche verursachten, „liegt komplett falsch“, so der Vorstandschef: „Das Gegenteil ist richtig – nach unseren Zahlen sind die Pro-Kopf-Ausgaben für Versicherte mit ausländischem Pass deutlich niedriger.“ So lagen die durchschnittlichen Ausgaben 2015 bei Deutschen im Alter zwischen 20 und 39 Jahre bei 1761 Euro je Versichertenjahr – bei den anderen Nationalitäten sind das im Schnitt 1393 Euro.

Über eine Milliarde Euro für AOK-Leistungen

Die AOK Bremen/Bremerhaven wird das Jahr 2016 mit einem Plus von 9,8 Millionen Euro abschließen. „Finanziell stehen wir auf einem sicheren, zukunftsfähigen Fundament“, hob die Verwaltungsratsvorsitzende Annette Düring in der Sitzung des AOK-Verwaltungsrates hervor. 2017 wird die AOK Bremen/Bremerhaven erstmals in ihrer Geschichte mehr als eine Milliarde Euro für Leistungen aufwenden.

Beitragssatz unverändert

Die größte Krankenkasse im Land Bremen rechnet mit Ausgaben von 811 Millionen Euro für Krankenhaus- und Arztbehandlungen, Arzneimittel und andere Leistungen, mit 180 Millionen Euro für Pflegeleistungen sowie knapp 20 Millionen Euro für die Umlagekasse für Arbeitgeber. Die AOK plant dabei für den Haushalt 2017 mit einem Plus von 11,6 Millionen Euro. Der Überschuss in den beiden Jahren werde gebraucht, um Ausgabensteigerungen abzufangen, die durch Gesetzesreformen der Bundesregierung bereits heute absehbar seien, betonten Annette Düring und der alternierende Verwaltungsratsvorsitzende Wolfgang Söller. Für die AOK-Mitglieder ändert sich beim Beitragssatz nichts. Der Zusatzbeitragsatz beträgt weiter 1,1 Prozent, der Gesamtbeitragssatz bleibt also bei 15,7 Prozent - so wie bei den meisten anderen Kassen in Deutschland.

Mehr Zusatzleistungen: 500 Euro Plus

Die AOK Bremen/Bremerhaven stockt ab dem 1. Januar 2017 ihre Zusatzleistungen von „300 Euro Plus“ auf „500 Euro Plus“ auf. AOK-Versicherte können damit wie bisher Osteopathie, Homöopathie, Impfungen, die professionelle Zahnreinigung (bis zu 40 Euro pro Person) oder besondere Leistungen für die junge Familie wählen. Für eine vierköpfige Familie sind das bis zu 2000 Euro mehr im Portemonnaie. Neu sind jetzt ein Streptokokken-Test für Schwangere, außerdem bezuschusst die AOK ein Glukose-Messsystem, das Typ-I-Diabetikern erlaubt, ohne den Stich in die Fingerkuppe den Blutzucker schnell und regelmäßig zu kontrollieren. Im Rahmen von „500 Euro Plus“ wird auch eine Diabetes-Früherkennungsuntersuchung für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren angeboten, und die AOK bietet künftig Leistungen zur Prävention frühkindlicher Karies an.